Alle Beiträge
Webdesign4 min Lesezeit· 23. Juni 2026

One-Page vs. Multi-Page Website: Was passt zu welchem Unternehmen?

One-Pager sind schnell und fokussiert, Multi-Page-Sites bieten mehr SEO-Potenzial. Welche Struktur für wen sinnvoll ist — und wann die Wahl wirklich entscheidend ist.

Menasse Gebregzi
One-Page vs. Multi-Page Website: Was passt zu welchem Unternehmen?

Beim Website-Briefing taucht die Frage fast immer auf: Soll es eine durchgehende Seite sein, durch die man scrollt — oder eine klassische Navigation mit mehreren Unterseiten? Die Antwort hängt weniger von Geschmack ab als von Zielen, Zielgruppe und SEO-Strategie.

Was ist ein One-Pager?

Eine One-Page-Website präsentiert alle Inhalte auf einer einzigen, langen Seite. Navigation verlinkt auf Abschnitte, nicht auf separate Seiten. Das Erlebnis ist linear — der Besucher wird durch eine klare Geschichte geführt.

Wann ein One-Pager die richtige Wahl ist

  • Einfaches, klar abgegrenztes Angebot (eine Dienstleistung, ein Produkt)
  • Startups und neue Marken beim ersten Launch
  • Event-Websites oder Kampagnenseiten
  • Freelancer und Solo-Selbstständige
  • Wenn schnelle Umsetzung wichtiger ist als SEO-Tiefe

Wann eine Multi-Page-Site besser ist

  • Mehrere Dienstleistungen oder Produktkategorien
  • SEO ist ein wichtiger Kanal (jede Unterseite kann für eigene Keywords ranken)
  • Blog oder regelmäßiger Content ist geplant
  • Komplexere Nutzerpfade (z.B. verschiedene Zielgruppen)
  • Unternehmen mit Wachstumsambitionen — die Struktur skaliert mit

Kosten im Vergleich

Der Preisunterschied zwischen One-Pager und Multi-Page ist erheblich — und beeinflusst nicht nur das initiale Budget, sondern auch die laufenden Kosten:

  • One-Pager: Ab 1.500 Euro für Design und Entwicklung — ideal für Gruender mit begrenztem Budget
  • Multi-Page-Website: Ab 3.000 Euro aufwaerts — je nach Seitenanzahl, CMS-Anforderungen und Funktionen
  • Laufende Kosten One-Pager: Minimal, da wenig Content-Pflege noetig — ca. 30–50 Euro/Monat für Hosting und Wartung
  • Laufende Kosten Multi-Page: Hoeher durch regelmäßige Content-Updates, Blog-Pflege und technische Wartung — ca. 100–300 Euro/Monat
  • Versteckte Kosten: Ein One-Pager, der spaeter zur Multi-Page-Site umgebaut werden muss, kostet oft mehr als gleich richtig zu planen

Der SEO-Unterschied

Das ist der entscheidende Punkt für viele Unternehmen: Ein One-Pager kann für genau ein Haupt-Keyword ranken. Eine Multi-Page-Site kann für Dutzende verschiedene Suchanfragen sichtbar sein — für jede Leistung, jeden Standort, jedes Thema eine eigene Seite.

Hybride Loesungen: Das Beste aus beiden Welten

Es muss nicht Entweder-oder sein. Viele erfolgreiche Unternehmen kombinieren beide Ansaetze strategisch:

  • Hauptwebsite als Multi-Page-Struktur für SEO und Informationstiefe
  • Einzelne Landingpages im One-Pager-Stil für Google Ads-Kampagnen oder saisonale Aktionen
  • Produkt-Launch-Seiten als One-Pager, die spaeter in die Hauptnavigation integriert werden
  • Microsite für Events oder Recruiting — eigenstaendig, aber visuell zur Marke passend
  • Vorteil: Jede Seite erfuellt ihren spezifischen Zweck, ohne Kompromisse bei der Gesamtstruktur

Beispiele aus der Praxis

Die Wahl zwischen One-Pager und Multi-Page haengt stark von der Branche und dem Geschaeftsmodell ab. Hier konkrete Beispiele:

  • Freelance-Designer oder Fotograf: One-Pager mit Portfolio-Galerie — das Angebot ist klar, die Arbeit spricht für sich
  • Handwerksbetrieb mit 5 Gewerken: Multi-Page — jede Leistung braucht eine eigene Seite für lokale SEO-Rankings
  • SaaS-Startup vor dem Launch: One-Pager als Warteliste mit Feature-Ueberblick und E-Mail-Signup
  • Rechtsanwaltskanzlei: Multi-Page — Rechtsgebiete, Anwaelteprofile, Blog mit Fachartikeln erfordern Struktur
  • Restaurant: One-Pager mit Speisekarte, Oeffnungszeiten und Reservierung — mehr braucht kein Gast

Wer langfristig organischen Traffic aufbauen will, ist mit einer strukturierten Multi-Page-Site fast immer besser bedient.