Website erstellen lassen: Agentur, Freelancer oder Baukasten — ein ehrlicher Vergleich
Wer eine Website erstellen lassen möchte, hat drei Wege: Agentur, Freelancer oder Baukasten. Was kostet was, was leistet was — und wann lohnt sich welche Option?
Menasse Gebregzi
Wer eine professionelle Website für sein Unternehmen braucht, steht vor drei Wegen: Ein Baukasten wie Jimdo, Squarespace oder Wix — schnell und günstig. Ein Freelancer — persönlich und flexibel. Eine Webdesign-Agentur — umfassend und verlässlich. Alle drei haben ihre Berechtigung. Welcher Weg der richtige ist, hängt von Budget, Anspruch und dem Ziel der Website ab.
Option 1: Website-Baukasten (Jimdo, Wix, Squarespace)
Website-Baukästen sind die günstigste Option — monatliche Kosten ab etwa 10 Euro, keine Entwicklungskosten, fertig in wenigen Stunden. Der Preis stimmt. Was nicht stimmt: Die Ergebnisse. Baukasten-Websites haben strukturelle Schwächen, die nicht durch Anpassungen behoben werden können.
- Performance: Baukasten-Websites laden langsam — JavaScript-Overhead, keine Kontrolle über den generierten Code. Lighthouse-Scores von 30–60 sind typisch.
- SEO: Eingeschränkte Kontrolle über technische SEO-Elemente. URL-Strukturen sind oft starr, Schema Markup fehlt, interne Verlinkung ist limitiert.
- Individualität: Das Design basiert auf Templates. Jede zweite Baukasten-Website sieht ähnlich aus — kein Alleinstellungsmerkmal.
- Abhängigkeit: Wenn der Anbieter die Preise erhöht oder den Service einstellt, ist ein Umzug aufwendig.
- Skalierbarkeit: Für eine einfache Visitenkarte ausreichend — für Wachstum nicht geeignet.
Wann ist ein Baukasten sinnvoll? Bei einem sehr kleinen Budget (unter 500 Euro), einer einfachen Visitenkarte ohne Ranking-Ambitionen, oder als schnelle Zwischenlösung für Gründer in der Frühphase.
Option 2: Freelancer
Ein Webdesign-Freelancer bietet mehr Individualität als ein Baukasten — zum meist günstigeren Preis als eine Agentur. Die Ergebnisse variieren stark: Ein erfahrener Freelancer mit 10 Jahren Erfahrung kann hervorragende Arbeit liefern. Ein Junior mit einjähriger Erfahrung liefert möglicherweise ein Ergebnis, das in zwei Jahren veraltet wirkt.
- Kosten: 1.500–8.000 EUR für eine professionelle Unternehmenswebsite
- Individualität: Hoch — wenn der Freelancer gut ist
- Verlässlichkeit: Risiko bei Ausfall, Krankheit oder Projektabbruch
- SEO-Kompetenz: Abhängig vom Freelancer — oft nicht tief integriert
- Wartung: Abhängig von der Verfügbarkeit der Person
Option 3: Webdesign-Agentur
Eine Agentur bietet das breiteste Leistungsspektrum — Design, Entwicklung, SEO, Content und langfristige Betreuung aus einer Hand. Der Preis ist höher, aber die Ergebnisse sind verlässlicher. Für Unternehmen, die ihre Website als strategisches Instrument nutzen wollen, ist eine Agentur langfristig oft günstiger — weil kein teures Nachbessern nötig ist.
- Kosten: 3.000–20.000 EUR je nach Umfang
- Individualität: Vollständig — alles wird maßgeschneidert
- Verlässlichkeit: Hoch — Team-Struktur fängt Ausfall einzelner Personen auf
- SEO-Kompetenz: Sollte integriert sein — nicht alle Agenturen bieten das gleiche Niveau
- Wartung: Monatliche Pakete oder auf Abruf möglich
Die Entscheidungsmatrix
Keine Tabelle ohne Kontext ist wirklich hilfreich — aber als erste Orientierung:
- Budget unter 500 EUR + einfache Visitenkarte → Baukasten
- Budget 1.500–4.000 EUR + Unternehmenswebsite ohne komplexe Funktionen → Freelancer (mit Sorgfalt ausgewählt)
- Budget ab 4.000 EUR + Ranking-Ambitionen + langfristige Betreuung gewünscht → Agentur
- Budget ab 8.000 EUR + individuelle Funktionen (Portal, Shop, Buchung, KI) → Agentur mit Entwicklungskompetenz
Was eine Website wirklich kosten sollte
Die häufigste Frage: Was kostet eine professionelle Website? Die ehrliche Antwort: Unter 2.500 Euro bekommt man in Deutschland selten eine Website, die wirklich gut rankt, schnell lädt und individuell gestaltet ist. Baukasten-Preise gelten für Baukasten-Ergebnisse. Wer eine Website will, die in drei Jahren noch Leads generiert, sollte mit mindestens 3.500–5.000 Euro rechnen — für eine solide Unternehmenswebsite ohne Sonderfunktionen.
Worauf Sie bei jedem Anbieter achten sollten
- Live-Referenzprojekte ansehen und selbst im Browser testen
- PageSpeed Insights für eine Referenz-URL des Anbieters prüfen
- Fragen, welche Technologie eingesetzt wird — und warum
- Übergabe aller Zugänge und des Quellcodes schriftlich vereinbaren
- Wartungsmodell und Reaktionszeit klären bevor das Projekt beginnt
Fazit: Die günstigste Lösung ist selten die billigste
Eine Website ist eine Investition, keine Ausgabe. Wer heute 500 Euro spart und in zwei Jahren eine neue Website braucht, weil die alte nicht funktioniert, hat 500 Euro gespart und doppelt bezahlt. Die richtige Frage ist nicht: Was kostet die Website? Sondern: Was kostet es, wenn die Website nicht funktioniert?
Weiterlesen: Webdesign Agentur Köln — Kosten & Leistungen · Webdesign Agenturen Köln im Vergleich · Was kostet eine professionelle Website?

Autor
Menasse GebregziGründer & Geschäftsführer, eyedia
Menasse Gebregzi gründete eyedia mit über 26 Jahren Erfahrung in Medien, Film und Programmierung. Seit 2000 entwickelt er digitale Lösungen — von der ersten ActionScript-Zeile bis zu modernen KI-Systemen.
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